Einführung in den Buddhismus

Der giagantische Tian Tan Buddha

Der folgende Text soll eine große Einleitung in die Lehren des Buddhas darstellen, des weiteren werden die bekanntesten Themen des Buddhismus angesprochen. Es geht um die Hauptlehren von Buddha, die Sicht eines Buddhisten auf sich selbst und seine Umgebung.

Die drei Daseinsmerkmale

Buddha Skulptur in Asiatischen Ländern
123rf.com

Der Buddhismus wird als sehr pragmatische Religion beschrieben, gibt sich nicht metaphysischen Spekulationen hin; es gibt keine Theologie, keine Anbetung oder Vergötterung des Buddha. Der Buddhismus hat einen direkten Blick auf unsere menschliche Verfassung und unser Befinden. Alles was Buddha gelehrt hat, basierte auf Erfahrungen und Beobachtungen der Dinge, wie sie wirklich sind.

Anicca: Das Leben und jedes Dasein wird von einem steten Wandel begleitet, alles ist vergänglich und hält nicht für die Ewigkeit.

Dukkha: Dieses Daseinsmerkmal sieht das Leiden als Teil unseres Lebens. Hier wird nicht nur der körperliche Schmerz berücksichtigt, auch emotionales Leiden gehört zu diesem Merkmal dazu.

Anatta: Auch hier wird der Gedanke der konstanten Veränderung herangezogen, diesmal auf das Wesen eines Menschen. Im Buddhismus hat eine Person keinen konstanten Zustand, sondern unterliegt auch der Veränderung. Der Mensch wir also als ein rein physisches Wesen gesehen, ohne eine unsterbliche Seele zu haben, wie es in anderen Religionen gesehen wird.

Wenn wir offen und ehrlich auf unser Leben schauen, stellen wir fest, dass es von Leid und Frustration begleitet wird.
Das liegt daran, weil wir versuchen, unser Verhältnis mit der Welt da draußen zu sichern, indem wir unsere Erfahrung bzw. das Erlebte in unseren Köpfen erstarren lassen.

Ein Beispiel:
Wir gehen mit jemandem Essen, den wir sehr verehren. Alles geht gut und wenn wir zu Hause sind, fangen die Überlegungen an, was man alles mit unserem neuen Freund machen können ( wo man hingehen könne, um etwas zu erleben etc). Wir festigen also unser inneres Verhältnis mit dieser Person.

Bei nächsten Treffen hat diese Person z.B. Kopfschmerzen und behandelt uns etwas grob. Wir fühlen uns vor den Kopf gestoßen und sind verletzt. All unsere Pläne (mit dieser Person) sind wieder vom Tisch.

Das Problem ist, dass sich die „Welt da draußen“ kontinuierlich verändert, nichts ist ewig und es ist unmöglich mit überhaupt irgendetwas ein dauerhaftes Verhältnis zu haben.

 

Diese drei Dinge: Vergänglichkeit, Leid und kein festes Selbst (Nicht-Selbst) – sind als die drei Daseinsmerkmals des Buddhismus bekannt.

 

Buddha-Statue in Thailand
123rf.com

Die vier edlen Wahrheiten

Die erste Predigt die Buddha nach seiner Erleuchtung gehalten hat, war über die vier edlen bzw. heiligen Wahrheiten.

Die erste edle Wahrheit geht darüber, dass das Leben frustrierend und schmerzhaft ist. Tatsächlich gibt es Zeiten, wenn wir ehrlich mit uns sind, wo es wirklich niederschlagend sein kann. Die Dinge scheinen gut für uns zu laufen, aber auch in diesem Moment sehen wir um uns herum Menschen die unter den entsetzlichsten Konditionen leben müssen: hungernde Kinder, Terrorismus, Hass, Krieg, Intoleranz und Menschen, die gequält und gefoltert werden.
Selbst wenn wir nur beiläufig über die aktuelle Situation auf der Welt nachdenken, bekommen wir ein doch mulmiges Gefühl. Auch wir als Person werden eines Tages alt, werden krank und letztlich müssen wir auch sterben.
Es geht darum, dass nichts ewig währt und alles von einer Vergänglichkeit geprägt ist, die keine echte Befriedigung durch ihre Kurzlebigkeit bieten kann. Daher beschreibt Buddha diesen Zustand als Leiden  bzw. Existenz des Leidens (Dukkha) und somit ist es auch ein wichtiger Baustein für die Lehren des Buddhismus.

Es mag für einige Personen pessimistisch klingen, nahe zu depressiv, aber Buddha sieht diesen Zustand des Leidens als Realität an und unterschiedet sich zwischen Optimismus oder Pessimismus. Glücklicherweise hört die Lehren des Buddha nicht mit dem Leid auf, es geht im Folgenden auch darum, was man dagegen unternehmen kann und wie man es beendet.

Die zweite edle Wahrheit geht um die Ursache des Leidens (Samudāya). Wir leiden, weil wir konstant versuchen zu überlegen und uns dafür auch erheblich anstrengen und quälen.
Wir versuchen uns zu beweisen, unser Verlangen zu stillen und gewisse Dinge auch zu vermeiden.
Auch ein einfacher und bescheidener Lebensstil ist ein Versuch uns selbst zu definieren.

Mit der dritten edlen Wahrheit kommen wir zur Beendigung der Ursachen des Leidens (Nirodha).
Buddha lehrt, dass man das Verlangen als Ursache des Leidens damit erlöschen kann, indem man sich von diesen löst und sich von seinen Bindungen befreit.
Unser Kampf ums Überleben, der Versuch sich zu beweisen und die Festigung unserer Beziehungen sind unnötig.

Die vierte edle Wahrheit im Buddhismus beschreibt den Weg, um die Leiden zu beenden (Magga). Die Lehre des Buddha sieht hier die Selbstverwirklichung und die richtige Sichtweise auf die Welt um uns herum. Der Weg ist durch Meditation möglich, ähnlich wie es auch beim „Achtfachen Pfad“ beschrieben ist.

Der Achtfache Pfad

Der Weg zur Befreiung vom miserablen Zustand des Seins, so lehrte es Buddha, hat 8. Punkte und ist bekannt als der Achtfache Pfad. Gegliedert sind diese acht Pfade in drei Gruppen oder Bereiche: Erkenntnis/Weisheit, Sittlichkeit/Ethik, Vertiefung/Meditation.

Der erste Pfad beginnt mit der „Rechten Einsicht“ (Samma-Ditthi) – die richtige Sicht der Welt. Diese Einsicht erhalten wir durch die Anerkennung der vier heiligen Wahrheiten.
Eine falsche Sicht entsteht z.B., indem man seine Erwartungen auf Dinge beruht; Erwartungen, die auf Hoffnung oder Angst basieren. Diese Art von Emotionen können zur Seite gelegt werden und man sollte das Leben mit einer direkt bzw. unkomplizierten Herangehensweise leben.

Weiter geht es mit der „Rechten Absicht“ (Samma-Sankappa) , wo wir uns nicht durch Hass oder Angst manipulieren lassen und unsere Erwartungen ablegen können. Unsere Intentionen sind rein, ohne Gier oder Hass, sondern sind von Barmherzigkeit und Erbarmen geprägt.

Die rechte Einsicht, wie auch die rechte Absicht, gehören zu der erkenntnisorientierten Gruppe der acht Pfade.

Der dritte Pfad beschäftigt sich mit der „Rechten Rede“ (Samma-Vaca) . Sobald unsere Intentionen und Gedanken rein sind, müssen wir uns auch nicht unserer Rechte schämen. Da wir nicht versuchen müssen, jemanden zu belügen oder zu manipulieren, muss man auch nicht darüber nachdenken was wird sagen oder uns durch eine Konversation durch Lügen oder eine falsche Selbstdarstellung zu retten.
Es wird gesagt, was gesagt werden muss, alles aufrichtig und der Wahrheit entsprechend

Als vierten Pfad bezeichnet man das „Rechte Handeln“ (Samma-Kammanta) , das eine Art von Verzicht in sich trägt. Die fünf Grundregeln des Buddhismus, auch die Fünf Regeln der Tugend bzw. Sittlichkeit, werden hier betrachtet. Ein ausschweifender Lebensstil soll vermieden werden, was den Konsum von Rauschmitteln beinhaltet, aber auch Lügen, Diebstahl und Mord sind strengstens untersagt, was eine gewisse Ähnlichkeit zu den 10 Geboten erkennen lässt.

Der „Rechte Lebenserwerb“ (Samma-Ajiva)wird von Buddha als der fünfte Pfad beschrieben. Um sein Leben zu bestreiten, soll man ethische Handeln, keine anderen Menschen oder Lebewesen ausbeuten oder Schaden zuzufügen.Es stellt auch die Basis einer idealen Gesellschaft dar.

Mit dem rechten Lebenserwerb ist der zweite Bereich, nämliche der ethische Teil bzw. der Bereich der Sittlichkeit abgeschlossen.

Beim sechsten Aspekt der edlen achtfachen Pfade im Buddhismus geht es um das „Rechte Streben“ (Samma-Vayama) , die vollkommene Anstrengung. Wir müssen unsere negative Seite überwinden und uns dem Positiven zuwenden. Das rechte Streben sieht keinerlei Aggressionen bei der Herangehensweise von Dinge vor, man soll die Dinge so nehmen,wie sie sind.

Rechte Achtsamkeit“ (Samma-Sati) ist der siebte edle Pfad. Dieser beschäftigt sich mit dem Bewusstsein über unsere Gedanken und der Achtsamkeit hinsichtlich unserer körperlichen Funktion. Wir müssen uns klar werden über jedes Detail: jeder noch so kleine Gedanke muss erfasst werden. Aber auch über unsere Körperhaltung, der Leistung bei der Arbeit und wie wir unsere Familie und Freunde behandeln, müssen wir uns im Klaren sein.

Der achte Pfad erläutert die „Rechte Sammlung“ ( Samma-Samadhi), einen Punkt der maximalen Konzentration. Nicht selten lassen wir unseren Geist durch Entertainment oder gewisse Erwartungen vernebeln. Der achte edler Pfad des Buddhismus sieht die vor, dass man sich von diesen Ablenkungen löst und sich in Form der Mediation auf die Gegenwart beschränkt. Mit Samadhi wird auch das Ziel der buddhistischen Lehre in Form der Erleuchtung beschrieben.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.